December 21, 2018

NMU bestätigt: Kein Austritt radioaktiver Stoffe durch den Brand in der Brennelementefabrik Lingen

21. Dezember 2018

Heute hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (NMU) in einer Presseerklärung bestätigt, dass nach dem Brand in der Brennelementefabrik in Lingen am 6. Dezember 2018 keine Hinweise auf eine Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umgebung vorliegen. Das NMU hatte den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) nach dem Brand damit beauftragt, Proben aus dem Betrieb sowie der Umgebung zu überprüfen. Laut NMU sind dabei „keine Auffälligkeiten“ festgestellt worden.

Die vollständige Presseerklärung finden Sie hier.

„Die Messungen des NLWKN bestätigen, dass unsere umfassenden Sicherheitsvorkehrungen wirksam sind. Sie untermauern unsere eigenen Messungen nach dem Brand“, so Andreas Hoff, Werkleiter der Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) in Lingen. „Die Sicherheit von Menschen und Umwelt hat für uns oberste Priorität. Daher war es uns ein großes Anliegen, schnellstmöglich durch eine unabhängige Behörde zweifelsfrei festzustellen, dass es durch den Brand zu keinem Austritt radioaktiver Stoffe gekommen ist.“

Derweil dauern die Untersuchungen zu den Ursachen des Laborbrandes weiterhin an. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Brand durch einen technischen Defekt an einer Heizung des Laborverdampfers verursacht wurde. „Sobald wir hier gesicherte Informationen vorliegen haben, teilen wir diese nach Rücksprache mit den Behörden umgehend mit“, erklärt Hoff.

Am Abend des 6. Dezembers 2018 war es in den Laborräumen der Brennelementefabrik der ANF in Lingen zu einem Brand gekommen. Anschließende Messungen der Feuerwehr zeigen, dass dabei keine radioaktiven Stoffe in die Umwelt freigesetzt wurden. Verletzt wurde durch den Brand niemand.


ANF in Lingen

Die Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) mit Sitz in Lingen, Deutschland, ist ein Tochterunternehmen der Framatome GmbH. ANF ist Bestandteil des weltweit führenden Kerntechnik-Unternehmens Framatome SAS, Paris, welches zur EDF-Gruppe gehört. ANF fertigt Brennelemente, Zwischenprodukte und Brennelementkomponenten für Kernkraftwerke im Auftrag der Framatome für den europäischen und weltweiten Markt und dient so der Versorgung von Kernkraftwerken mit Kernbrennstoff.

Mit 309 Mitarbeitern werden in der Betriebsstätte Lingen Brennelemente für Druck- und Siedewasserreaktoren, wie auch Spezialprodukte im Pulver- und Tablettenbereich gefertigt. Der Standort hat in letzter Zeit zudem Aufträge für den Um- und Auseinanderbau von noch nicht eingesetzten Brennelementen erhalten und trägt damit zur Kernbrennstoff-Freiheit in abgeschalteten deutschen Kernkraftwerken bei. Besondere Kompetenzen in der Entwicklung und dem Bau von Fertigungstechnologien bilden ein weiteres Standbein und sorgen für eine hohe Fertigungsqualität und damit für Sicherheit in Kernkraftwerken auch außerhalb Deutschlands. ANF sorgt für Aus- und Weiterbildung von Experten für den Strahlenschutz und weiterem kerntechnischem Fachpersonal.