January 17, 2019

Untersuchungen zur Ursache des Laborbrands abgeschlossen

Lingen, 17. Januar 2019

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (NMU) hat auf Presseanfragen hin bestätigt, dass die Analyse zur Brandursache in einem Labor der Brennelementefabrik der Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) in Lingen abgeschlossen ist. Dabei bestätigten sich die bisherigen Annahmen zur Brandursache: Der Brand am 6. Dezember 2018 wurde durch einen technischen Defekt an einem Heizelement verursacht.

„Die Sicherheit von Menschen und Umwelt hat für uns immer oberste Priorität. Deswegen haben wir nach dem Brand sofort die Initiative ergriffen und ein Prüfkonzept erarbeitet. Dieses Prüfkonzept stellt sicher, dass das Ereignis nicht auf andere Bereiche der Brennelement-Fertigung übertragbar ist. Das NMU und der TÜV haben dies überprüft und bestätigt. Diese sogenannte Übertragbarkeitsprüfung wurde gemeinsam mit externen Sachverständigen vorgenommen“, so Andreas Hoff, Werkleiter der ANF in Lingen.

Grundsätzlich entsprechen alle im Betrieb und im Labor befindlichen Gegenstände vollumfänglich den nötigen Sicherheitsvorschriften. Externe Sachverständige haben enstprechende Prüfungen sowohl vor der Inbetriebnahme als auch im laufenden Betrieb vorgenommen.

Durch einen nicht sichtbaren elektrischen Fehler an den Anschlussklemmen von zwei Heizkassetten der Heizplatte des Laborverdampfers kam es zu einer hohen Erwärmung der metallischen Gehäuseteile. Die daraus folgende starke Wärmestrahlung zersetzte die darunter befindliche Tischplatte aus Polypropylen (PP). In der Folge entstanden brennbare Gase, die sich an den heißen Oberflächen am Heizplattengehäuse entzündet haben und zum Brand am Abend des 06. Dezembers 2018 führten.

Verletzt wurde durch den Brand niemand. Anschließende amtliche Messungen zeigten, dass keine radioaktiven Stoffe in die Umwelt freigesetzt wurden.

Hoff blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Das große Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die gute Unterstützung durch externe Fachfirmen sowie die unabhängige Begutachtung durch Sachverständige tragen dazu bei, mögliche Verbesserungen in Anlagendesign und Prozessführung umzusetzen. Die Produktion wird nach Abschluss aller Prüfungen im Laufe der vierten Kalenderwoche wieder aufgenommen.“


ANF in Lingen

Die Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) mit Sitz in Lingen, Deutschland, ist ein Tochterunternehmen der Framatome GmbH. ANF ist Bestandteil des weltweit führenden Kerntechnik-Unternehmens Framatome SAS, Paris, welches zur EDF-Gruppe gehört. ANF fertigt Brennelemente, Zwischenprodukte und Brennelementkomponenten für Kernkraftwerke im Auftrag der Framatome für den europäischen und weltweiten Markt und dient so der Versorgung von Kernkraftwerken mit Kernbrennstoff.

Mit 309 Mitarbeitern werden in der Betriebsstätte Lingen Brennelemente für Druck- und Siedewasserreaktoren, wie auch Spezialprodukte im Pulver- und Tablettenbereich gefertigt. Der Standort hat in letzter Zeit zudem Aufträge für den Um- und Auseinanderbau von noch nicht eingesetzten Brennelementen erhalten und trägt damit zur Kernbrennstoff-Freiheit in abgeschalteten deutschen Kernkraftwerken bei. Besondere Kompetenzen in der Entwicklung und dem Bau von Fertigungstechnologien bilden ein weiteres Standbein und sorgen für eine hohe Fertigungsqualität und damit für Sicherheit in Kernkraftwerken auch außerhalb Deutschlands. ANF sorgt für Aus- und Weiterbildung von Experten für den Strahlenschutz und weiterem kerntechnischem Fachpersonal.