Pressemitteilung

22.07.2026
VVER Skeleton Welding

VVER Skeleton Welding

Framatome – ANF erhält Genehmigung für die Herstellung von VVER-Brennelementen in ihrem Werk Lingen

Die Framatome – Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) hat vom niedersächsischen Umweltministerium die Änderungsgenehmigung zur Fertigung hexagonaler Druckwasser-Brennelemente des Typs VVER in der Brennelementfertigungsanlage Lingen (Niedersachsen) erhalten.

Der behördliche Änderungsantrag war im März 2022 von ANF eingereicht worden, um hexagonale VVER-Brennelemente herzustellen, die in VVER-Kernkraftwerken in Mittel- und Osteuropa zum Einsatz kommen. ANF wird nun die notwendigen nächsten Schritte und Anpassungen in ihrem Werk in Lingen vornehmen, um schnellstmöglich mit der Herstellung von VVER-Brennelementen für ihre europäischen Kunden beginnen zu können.

„Wir begrüßen diese Entscheidung sehr, die einen wichtigen Schritt in Richtung europäischer Energiesouveränität darstellt und unser Engagement für die Unterstützung der Energiepolitik der europäischen Länder widerspiegelt, die VVER-Reaktoren betreiben. Die europäischen VVER-Betreiber können sich darauf verlassen, dass Framatome eine sichere und robuste Alternative für die Brennstoffversorgung ihrer VVER-Reaktoren bereitstellt. Wir sind in der Lage, sie ab 2027 zu beliefern“, erklärte Dr. Mario Leberig, VP Fuel Germany, Geschäftsbereich Brennelemente bei Framatome.

Ein mit größter Transparenz und Sorgfalt durchgeführter Prozess

Der Antrag wurde im Jahr 2022 gemäß § 7 des deutschen Atomgesetzes eingereicht. In den vergangenen vier Jahren hat sich das Unternehmen in jeder Phase des Genehmigungsverfahrens umfassend und transparent kooperativ gezeigt. ANF hat alle Auskunftsersuche beantwortet, aktiv an öffentlichen Konsultationen teilgenommen und ihre Argumente während einer dreitägigen öffentlichen Erörterung, die im November 2024 in Lingen stattfand, umfassend dargelegt. Im März 2025 wurde ein positives technisches Sicherheitsgutachten des Sachverständigen TÜV NORD vorgelegt.

„Wir sind bereit, unverzüglich mit den Anpassungen unserer Anlage zu beginnen. Wir waren stets zuversichtlich, dass dieser Antrag alle Anforderungen des Atomgesetzes erfüllt. Die heutige Entscheidung bestätigt dies”, fügte Jürgen Krämer, Geschäftsführer von ANF, hinzu. „Alle Teams im Werk haben auf diesen großartigen Moment gewartet und werden nun die erforderlichen Umbauten vornehmen. Wir starten nun mit der Fertigung der für die Kunden bewährten VVER-Brennelemente für europäische Energieversorger. Wir sind bestens motiviert.“

Volle Unterstützung durch den ANF-Betriebsrat

Die Entscheidung wurde von den Mitarbeitenden und den Arbeitnehmervertretern von ANF ausdrücklich begrüßt. Wolfgang Wolter, Betriebsratsvorsitzender, erklärte: „Diese Genehmigung sichert den Erhalt und den Ausbau unserer Arbeitsplätze bei ANF. Sie ist zudem eine wohlverdiente Anerkennung für die unermüdliche Arbeit, die viele Mitarbeitende in dieses Projekt gesteckt haben. Durch die Herstellung von VVER-Brennelementen werden wir weiterhin zu einer unabhängigen und zuverlässigen Energieversorgung in Europa beitragen. Wir möchten uns ganz herzlich bei unserer Branchengewerkschaft IGBCE für ihre hervorragende Unterstützung bedanken.“

Der Standort Lingen beschäftigt 420 Mitarbeitende und ist in den letzten fünf Jahren um 32 Prozent gewachsen; bis 2027 sind weitere Neueinstellungen geplant.

Ein entscheidender Schritt hin zur europäischen Energiesouveränität

Mit dieser Genehmigung leistet Framatome einen fortlaufenden Beitrag zum sicheren, zuverlässigen und unterbrechungsfreien Betrieb bestehender Kernkraftwerke und bereitet sich auf die Fertigung der nächsten Generation von Brennelementen vor.

Fünf EU-Länder – Bulgarien, die Tschechische Republik, Ungarn, die Slowakei und Finnland, allesamt Framatome Kunden – betreiben insgesamt 19 VVER-Reaktoren, die in jedem dieser Länder zwischen einem Drittel und zwei Dritteln der nationalen Stromversorgung erzeugen.

Diese Reaktoren stellen die kritische Infrastruktur für rund 38 Millionen EU-Bürgerinnen und Bürger dar. Sie sind auf eine sichere, eigenständige europäische Brennstoffversorgung angewiesen – unabhängig von Importen aus Staaten außerhalb der EU.