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Veröffentlichung unserer Betriebsberichte

Seit vielen Jahren veröffentlichen wir einmal im Monat unseren Betriebsbericht in der Lingener Tagespost. Damit wollen wir über die Anzahl der ausgelieferten Brennelemente und die Menge des darin enthaltenen Urans informieren. Dies gilt auch für den Fall von meldepflichtigen Ereignissen. Die Transparenz unseres Betriebs und die Information der Bevölkerung sind uns wichtig.

Was sind meldepflichtige Ereignisse?

In kerntechnischen Anlagen müssen Zwischenfälle mit möglichen sicherheitsrelevanten Auswirkungen anhand der sogenannten INES-Skala bewertet werden. Die Abkürzung INES kommt aus dem Englischen und steht übersetzt für Internationale Skala für nukleare und radiologische Ereignisse. Ziel dieser Bewertung ist es, die Verständigung zwischen der Fachwelt, den Medien und der Öffentlichkeit bei einem Zwischenfall zu vereinfachen. Die einheitliche Bewertung ermöglicht es so jedem, schnell und präzise abzuwägen, welche Sicherheitsrelevanz der Vorfall hat.

Die INES-Skala hat insgesamt 7 Stufen: Diese reichen von 0 (Ereignis ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung) bis 7 (Katastrophaler Unfall). Bei der Bewertung eines Zwischenfalls werden verschiedene Kriterien berücksichtigt, die sich in drei Kategorien unterteilen lasen: 1. Auswirkungen auf Mensch und Umwelt (z.B. durch eine Freisetzung radioaktiver Stoffe), 2. Auswirkungen auf radiologische Barrieren und Überwachungsmaßnahmen in Anlagen (z.B. erhöhte Strahlungswerte innerhalb der kerntechnischen Anlage selbst) und 3. Beeinträchtigung der Sicherheitsvorkehrungen in der kerntechnischen Anlage. Eine Bewertung mit der Stufe 0 bedeutet, dass der Zwischenfall auf keine dieser drei Bereiche Auswirkungen gehabt hat.

Wer nimmt die Einschätzung laut INES-Skala vor?

Zunächst erfolgt die Einstufung in die INES-Skala durch den Betreiber der kerntechnischen Anlage, in der es zu einem Zwischenfall gekommen ist. Dies erfolgt anhand eines strengen Kriterienkatalogs, der von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) entwickelt wurde. Diese Einschätzung teilt der Betreiber anschließend der für das Bundesland zuständigen Atomaufsichtsbehörde mit, die nachfolgend die Einstufung durch Sachverständige überprüft.

Was ist ein meldepflichtiges Ereignis und was ist ein „Störfall“?

Ein meldepflichtiges Ereignis ist eine technische Störung, die vom Normalbetrieb abweicht, aber keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Sicherheit des Betriebs hat. Erst ab Stufe 4 der INES Skala spricht man von einem Unfall, darunter von einem Störfall oder Zwischenfall. Störfälle der Stufen 4 bis 7 sind mit radiologischen Konsequenzen für Mensch und Umwelt verbunden. Meldepflichtigen Ereignisse der Stufe 0 sind beispielsweise Ventile, die nicht mehr bestimmungsgemäß funktionieren und ersetzt werden müssen. Sie haben keine Auswirkungen auf die Sicherheit, eine Bezeichnung als „Störfall“ ist daher falsch.

Über die meldepflichtigen Ereignisse in kerntechnischen Anlagen in Deutschland wird auf der Seite des BfE (Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit) berichtet.