December 18, 2018

Lingen: Stand der Ursachenklärung des Laborbrandes bei der ANF

Lingen, 18. Dezember 2018

Die Untersuchungen zu den Ursachen des Laborbrands am 6. Dezember 2018 bei der Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) in Lingen schreiten voran. Zur Vorstellung erster Untersuchungsergebnisse fand am gestrigen Tag eine öffentliche Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Lingen statt. Die niedersächsische Atomaufsichtsbehörde sowie Vertreter der ANF erläuterten den aktuellen Stand der Untersuchungen und beantworteten Fragen von Bürgern und Medienvertretern.

Die Untersuchungen der unabhängigen Sachverständigen, die von den Behörden beauftragt wurden, deuten darauf hin, dass die Heizung des Laborverdampfers aufgrund eines technischen Defektes überhitzte. Hohe Temperaturen haben dann direkt auf den Unterbau des Verdampfers sowie die umgebenden Bauteile eingewirkt, so dass eine Kunststoffplatte Feuer fing und einen Brand innerhalb der Einhausung des Geräts verursachte. Die dabei entstandenen Schwelgase wurden abgesaugt, was zu einer Belegung der ersten Filterstufe und einem Rückstau der Schwelgase in der Absaugung führte. Das Schwelgas-/Luftgemisch entzündete sich. Aus der beschädigten Einhausung des Laborgerätes trat Rauch aus. In der Folge wurden die Brandmelder ausgelöst.

„Dies ist der aktuelle Stand der Untersuchungen“, erklärt Andreas Hoff, Werkleiter bei ANF. „Da für uns Sicherheit höchste Priorität hat, arbeiten wir weiter mit Hochdruck daran, die Umstände restlos aufzuklären.Wir werden auf Basis der Ergebnisse die erforderlichen Maßnahmen umsetzen.“

Am Abend des 06. Dezembers 2018 war es in den Laborräumen der Brennelementefabrik der ANF in Lingen zu einem Brand gekommen. Anschließende Messungen der Feuerwehr zeigen, dass dabei keine radioaktiven Stoffe in die Umwelt freigesetzt wurden. Verletzt wurde durch den Brand niemand.


ANF in Lingen

Die Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF) mit Sitz in Lingen, Deutschland, ist ein Tochterunternehmen der Framatome GmbH. ANF ist Bestandteil des weltweit führenden Kerntechnik-Unternehmens Framatome SAS, Paris, welches zur EDF-Gruppe gehört. ANF fertigt Brennelemente, Zwischenprodukte und Brennelementkomponenten für Kernkraftwerke im Auftrag der Framatome für den europäischen und weltweiten Markt und dient so der Versorgung von Kernkraftwerken mit Kernbrennstoff.

Mit 309 Mitarbeitern werden in der Betriebsstätte Lingen Brennelemente für Druck- und Siedewasserreaktoren, wie auch Spezialprodukte im Pulver- und Tablettenbereich gefertigt. Der Standort hat in letzter Zeit zudem Aufträge für den Um- und Auseinanderbau von noch nicht eingesetzten Brennelementen erhalten und trägt damit zur Kernbrennstoff-Freiheit in abgeschalteten deutschen Kernkraftwerken bei. Besondere Kompetenzen in der Entwicklung und dem Bau von Fertigungstechnologien bilden ein weiteres Standbein und sorgen für eine hohe Fertigungsqualität und damit für Sicherheit in Kernkraftwerken auch außerhalb Deutschlands. ANF sorgt für Aus- und Weiterbildung von Experten für den Strahlenschutz und weiterem kerntechnischem Fachpersonal.